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Holler die Waldfee

Der Holunder - Kleines Großes wunder

Meine Pflanze des Monats Mai ist eindeutig der Holunder.

 

Mein absoluter Frühlingsliebling - der Holler. Kaum ein Strauch erinnert mich so sehr an Frühling aber auch an den bevorstehenden Herbst wenn sich im Altweibersommer dann die Beeren rötlich verfärben. 

 

Daher möchte ich ihm auch meinen ersten Blog Beitrag widmen. 

Allgemeines

Bekannt ist der Holunder, Hollerbusch, Holderbusch, Altholder, Flieder oder Holderstock schon seit mehreren Jahrtausenden nicht mehr aus unserem Landschaftsbild wegzudenken.

 

Früher als Schutz gegen das Böse an Häuser- oder Stallwände gepflanzt findet man die bis zu 7m hohen üppigen Büsche derzeit in voller Blüte an Wald- und Wegesrändern genauso wie im dörflichen Umfeld.

 

Er blüht ab Anfang Mai bis in den Juli und die nicht abgepflückten Dolden verwandeln sich in der herbstlichen Sonne zu wunderschönen tiefroten Beeren die nicht nur die Vöglein entzücken. Aber Vorsicht - roh sind diese Beeren nicht genießbar.

Köstliches mit Holler

Allerlei Köstlichkeiten lassen sich mit den Blüten - aber auch mit den Beeren im Herbst herstellen. 

 

Er ist auch für Anfänger und Unbegabte sehr leicht zum Einstieg geeignet und daher perfekt wenn man sich mal selbst in der Herstellung von ganz natürlichen Dingen ausprobieren möchte.

 

Das Ansetzen nimmt kaum Zeit in Anspruch.

Hollersirup

Schnell gemacht und haltbar bis in den Winter hinein. Bei meinem Holler-Sirup ist das Sammeln das Aufwändigste am ganzen Rezept

 

Einfach die gesammelten Blüten mit Zitronen, Orangen, etwas Zitronensäure und Zucker (ich nehme hier gern auch Rohrzucker oder braunen Zucker) in einer it kaltem Wasser gefüllten Schüssel ansetzen. Dabei die Zitronen und Orangen etwas ausdrücken. Pro Liter Wasser nehme ich 300 - 500 g Zucker je nach Zuckerart die ich verwende und 1-2 EL Zitronensäure. Sollten kleine Viecherl sich vorm Wasser retten einfach rausfischen. 

 

Abdecken und kalt stellen nach 7-10 Tagen abseihen (nochmals andrücken damit auch der letzte Rest des wertvollen Saftes mit drin ist). Kurz erwärmen und noch warm abfüllen. 30 Minuten im Backrohr bei 80-100 Grad erhitzen und dann kühl und dunkel lagern. 

 

Mein Tipp: Verwendet kleine Flaschen in 200 - 500 ml Größen damit wird der offene Sirup nicht so schnell schlecht und man verbraucht ihn besser.

 

Nicht nur toll für Kinder zum aufspritzen sondern auch für den abendlichen Kaiserspritzer oder Hugo....

holleressig

Meiner Familie habe ich ihn das erste mal vor ein paar Jahren "untergejubelt" und alle waren begeistert von dem köstlichen Geschmack. 

 

So wie meiner Familie geht es vielen Menschen sie kennen ihn einfach nicht - aus meiner Küche ist er nicht mehr wegzudenken.

 

Und er wird genauso einfach gemacht wie der Sirup.

 

Die Blüten mit Zitronen und Orangen im Essig - ich nehme Apfelessig dann wird's fruchtiger - mindestens 2-4 Wochen dunkel und kühl - nicht kalt - ansetzen.

 

Ich gebe noch bunte Estragonblätter (wenn ich welche da hab)Pfefferkörner, Lorbeerblatt, Wachholder und Senfkörner im Mörser zerstoßen dazu.

 

Kurz aufkochen - Achtung nicht wallend - nur so das man den Finger grade nicht mehr in den Essig stecken kann. Dann abgedeckt und dunkel stehen lassen. Nach der Reifezeit abseihen und abfüllen.

 

Wem er zu scharf oder sauer ist, der kann gerne 1-2 EL Blütenhonig einrühren. 

 

 

Hildegard von bingen

Nach Hildegard möge jeder der Gelbsucht hat ein Dampfbad mit Blütenblättern nehmen. Die Sprossen in Wein eingelegt und davon getrunken wird er davon geheilt werden. 

Interessantes aus der Mystischen und magischen welt

Man fand den Samen des Holunder bereits in prähistorischen Siedlungen.

 

Das Fällen oder Verstümmeln von Holunderbüschen galt als Unglück oder Tod bringend so die Sage. 

 

Jungmütter brachten den neugeborenen Nachwuchs zum Holler und erbaten das die Kinder wohl aufgenommen würden.

 

War der Riegel der Stalltür aus Holunder Holz gefertigt dann kann dem Vieh kein Leid geschehen.

 

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