O Tannenbaum, o Tannenbaum

Weihnachten ist nunmehr bereits 1 Monat her, einige haben ihren Christbaum bereits entsorgt, andere warten traditionell bis Maria Lichtmess (2. Februar 2021) um sich vom Baum zu verabschieden.

Historisches

Der Weihnachtsbrauch des Christbaums oder auch Weihnachtsbaums verbreitete sich ab dem 19. Jahrhundert aus dem mitteleuropäischen Raum in die ganze Welt. Im Christentum versinnbildlichte der „Paradiesbaum“ die Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies.

Mehr als nur eine Nadel...

Kiefernartige Gewächse wie Tanne, Fichte oder Kiefer enthalten Phytonzide (häufigste anzutreffende molekulare Grundstruktur sind die Terpene), Stoffe mit antibakterieller, antibiotischer und desinfizierender Wirkung, und zwar auch wenn die Nadeln nach Weihnachten bereits vertrocknet sind.

 

Nicht umsonst gilt der Wald als beruhigend und stärkend. „Waldbaden“ gilt nicht nur in Japan als adäquate Methode um zu entspannen, entschleunigen und die Stimmung aufhellend und Blutdruck senkend.

 

 

Allein die eingeatmeten ätherischen Öle des Waldes senken die Cortisolkonzentration.

Hildegard von Bingen

Sie attestierte der Tanne große Kräfte gegen Kopfschmerzen und Gicht, aber auch als effektives Mittel bei Erkältungskrankheiten, zur Immunstärkung und Mineralisierung der Knochen. Sie schrieb „"Die Tanne ist mehr warm als kalt und enthält zahlreiche Kräfte. Sie ist ein Sinnbild der Stärke. Geister hassen Tannenholz und vermeiden Orte, an denen sich solches befindet. Wenn jemand Herzbeschwerden bekommt, muss er sich zuerst über dem Herzen mit einer Salbe einreiben".

Anwendungen und Rezepte

Sogar als Asche sind Nadelbäume verwendbar. Eingenommen wird die Asche als kleine Prise mit Tee oder Wasser. Sie wirkt mineralisierend und schützt vor Osteoporose.

 

 

Ein Tannen-Aststückchen, ca. einen halben Zentimeter dick (nicht lang!) kann der Zahnpflege dienen. Es wird so lange gekaut, bis die Fasern wie ein Besen ausgebreitet sind. Damit werden die Zähne außen und innen senkrecht damit gereinigt. Auf diese Weise wird in den Mund ein wenig Tannenharz eingebracht, das generell desinfiziert und das Zahnfleisch stärkt.

 

 

Tanne findet auch bei Liebesräucherungen ihren Einsatz. Sie kann mit ihren Bestandteilen einzeln verräuchert werden oder in Mischungen mit anderen Nadelhölzern (z.B. Fichte, Kiefer, Pinie, Lärche, Zeder) oder den Beeren und Nadeln vom Wacholder und mit Wermut, Beifuß, Lavendel, Rosmarin usw. verwendet werden.

Tinktur

Antivirale Nadelbaumtinktur (zur Immunstärkung, Desinfektion und Wundheilung)

 

50g getrocknete Nadeln von Fichte oder Tanne, 250 ml Alkohol (80%ig)

Die Nadeln schneiden und in ein Glas füllen und mit dem Alkohol übergießen. Gut schütteln und 1 Woche stehen lassen, die Tinktur filtrieren und Rückstand auspressen. Die fertige Tinktur in eine Flasche füllen kühl und dunkel gelagert hält diese 1 Jahr.

 

 

Anwendung: Bei Husten 2x täglich ½ TL Tinktur mit etwas Honig vermischen und einnehmen. Als Desinfektion in der Hand verreiben. Bei kleinen Wunden, Abszessen oder Akne die Tinktur mit Quellwasser 1:1 verdünnen und die Stellen besprühen

Nadelbaum Salbe

30g Nadelbaumpulver (Nadeln abgezogen und gemörsert oder in der Gewürzmühle gemahlen), 200g Oliven- und Sesamöl, 300g Aloe Vera Blätter oder Aloe Vera Gel, 30g Bienenwachs, 2 EL Alkohol

 

Die Aloe Blätter filetieren und Gel herauslösen. Alle weiteren Zutaten in einen Topf – außer das Bienenwachs zugeben und mit dem Pürierstab mixen. Dann langsam zum Kochen bringen und eine halbe Stunde warm aber nicht kochend ziehen lassen. Wer mag kann die Salbe filtern und in Gläschen füllen. Kühl und dunkel aufbewahren – Haltbarkeit 6 Monate

 

 

Anwendung bei Akne, Entzündungen und Infektionen der Haut, Ekzemen und kleinen Verletzungen – lindernd und helfend.

Magentonikum

Eine Flasche Rotwein (700ml) 50g Nadelpulver wie oben beschrieben, je 1 EL Fenchelpulver, Zimt und Gewürznelken, 100g Honig und Orangenschale

Rotwein zum Kuchen bringen und die Hitze dann abdrehen, restliche Zutaten beimischen und zugedeckt über Nacht stehen lassen, am nächsten Tag nochmals erwärmen und filtrieren dann abfüllen. Das Tonikum hält kühl und dunkel gelagert ca. 3 Monate.

 

 

 

Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Stärkung der Leber-Galle-Aktivität ein Stamperl nach dem Essen einnehmen.


Quellen: Hildegard von Bingen, Land Apotheke, Kräuterpfarrer Benedikt

Bilder: Pixabay, Habitus Natura

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